Magnesium – das Meistermineral

eine Unterversorgung mit Magnesium macht sich durch Wadenkrämpfe, Herz-Rhythmus-Störungen, Kopfschmerzen und Migräne bis hin zur Osteoporose bemerkbar….

Ohne Magnesium läuft nichts.

Erst in den letzten Jahren wurde die ganze Tragweite seiner Funktion klar: Magnesium ist im menschlichen Organismus an rund 300 verschiedenen Enzymen (Molekül, das in der Zelle eine Reaktion beschleunigt) beteiligt.

Zu den besonders magnesiumreichen Organen gehören die Herz- und Skelettmuskulatur, das Gehirn, die Leber und die Nieren.

Der Körper eines Menschen enthält ca. 20 bis 30 Gramm Magnesium, dies ist nicht unerheblich und der Vorrat will aufrechterhalten werden.

Magnesium ist ein essentielles Mineral, das heißt, es ist ein lebensnotwendiger Stoff, den der Körper nicht selbst herstellen kann.

Das Mineral nimmt im Körper eine Schlüsselstellung ein. Schauen wir uns an, warum.

 

Magnesium - das universelle Mineral
Magnesium – das universelle Mineral

Inhalt

Warum ist Magnesium wichtig?

Wie wirkt sich ein Magnesiummangel aus?

Wodurch entsteht ein Magnesium-Mangel?

Wie kann Magnesium aufgenommen werden?

Wann sollte kein Magnesium aufgenommen werden?

Ist eine Überdosierung möglich?

Durchfall durch Magnesium?

Gibt es mögliche Wechselwirkungen?

Wie hoch ist der Bedarf an Magnesium?

Über die Dauer der Anwendung?

Kann ein Magnesiummangel diagnostiziert werden?

 

.

Warum ist Magnesium wichtig?

Die grundsätzliche Wirkung des Magnesiums gilt als beruhigend und ausgleichend für das System Körper. Wie schon erwähnt, ist Magnesium ein Bestandteil von über 300 Enzymen und Hormonen, die wichtige Stoffwechselprozesse im Körper ansteuern.

Herrscht ein Mangel an Magnesium vor, verlangsamen sich die Abläufe.

Nachfolgend sind die wichtigsten Funktionen kurz erklärt:

Muskelentspannung

Durch den Einfluss von Kalzium zieht sich ein Muskel zusammen. Als Gegenspieler zum Kalzium lässt Magnesium den Muskel wieder entspannen. Dieser Vorgang gilt sowohl für die Herz- und Skelettmuskulatur als auch für die glatte Muskulatur der inneren Organe.

Energiestoffwechsel

Magnesium ist an vielen Reaktionen im Energiestoffwechsel beteiligt. Es bildet mit unserer Energiebereitstellung in den Zellen (dem ATP = Adenosintriphosphat) einen stabilen Komplex. Fehlt Magnesium, so laufen viele dieser Stoffwechselvorgänge langsamer ab, wir fühlen uns müde und wenig belastbar.

Immunsystem

Magnesium fördert durch seine entspannende Wirkung die Durchblutung der Füße und Nasenschleimhäute. Unsere Abwehr, die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) können besser einwandern und eindringende Krankheitserreger direkt bekämpfen. Die Gefahr einer Erkältung verringert sich.

Knochen und Zähne

Neben Kalzium als Kalk arbeitet das Magnesium als Kitt; der Kitt bindet den Kalk und sorgt für feste Knochen und Zähne

Mineral der inneren Ruhe:

Als beruhigendes und ausgleichendes Mineral unterstützt Magnesium die Funktion des Nervensystems. Überschießende Reaktionen zwischen Nerven und Muskelzelle können ausgeglichen werden.

Zellteilung, Enzyme und Hormone

Magnesium hat eine wichtige Funktion bei der Zellteilung. Ist zu wenig Magnesium vorhanden, dann kann die Zelle nicht mehr ordentlich kopiert werden – es entstehen entartete Zellen.

Stärkt das Herz

Die schon erwähnte Fähigkeit von Magnesium zur Entspannung der Muskulatur wirkt sich auch positiv an der Herzmuskulatur aus.

Typischen Krankheitsbildern, die von Herz und Kreislauf ausgehen, wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Angina pectoris (Brustenge) kann damit entgegengewirkt werden.

nach oben

.

Wie wirkt sich ein Magnesiummangel aus?

Die bekanntesten Symptome der Mangelerscheinung sind Wadenkrämpfe und evtl. noch das Zucken der Augenlider. Da Magnesium ja an einer Vielzahl von Abläufen im Körper beteiligt ist, ist die Symptomatik auch ebenso vielfältig und oft leider auch diffus. Nachfolgend aufgezählte Beschwerden könnten also auch auf einen Mangel an Magnesium hinweisen:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Konzentrations- und Schlafstörungen, Nervosität
  • Depression
  • Muskelkrämpfe in Gesicht und Wade, Zucken der Augenlider
  • Muskelschwäche, Zittern (Tremor)
  • Herzrhythmusstörungen, Blutdruckanstieg, Herzschwäche
  • Anstieg des Cholesterinspiegels
  • Knochenstoffwechsel: Calciummangel, gestörter Vitamin-D-Stoffwechsel, erhöhtes Osteoporose Risiko
  • Schwangerschaft: Eklampsie, Frühgeburten, Präeklampsie, vorzeitige Wehentätigkeit

 

.

Wodurch entsteht ein Magnesium-Mangel?

  • Stress
  • Wachstum
  • Schwangerschaft, Stillzeit,
  • Leistungs- und Ausdauersport,
  • Rekonvaleszenz (Erholung nach einer Krankheit)
  • Schwerarbeit
  • Erhöhte Verluste durch Erbrechen und Durchfälle, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen
  • Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa), Zöliakie,
  • Alkohol
  • Arzneimittel, wie ACE-Hemmer (Blutdrucksenkendes Medikament), Glucocorticoide, (Kortison), orale Kontrazeptiva (Pille)
  • Laxanzien („Wassertablette“)
  • Ernährung:  Fast-Food,  hohe Calcium-, Phosphat- und Kochsalzzufuhr aus stark verarbeiteten Lebensmitteln oder Fertigprodukten
  • Abmagerungsdiäten und Untergewicht das schon länger andauert
  • Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) und B6 (Pyridoxin)

.

Wie kann Magnesium aufgenommen werden?

Die Aufnahme von Magnesium durch Lebensmittel und Nahrungsmittel ist die bekannteste Methode. Daneben gibt es noch die parenterale Einnahme mittels Injektion und Infusion und die transdermale Einnahme mittels eines Magnesiumöls über die Haut.

Weiter zu Magnesium in Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmittel und Magnesium-Öl

nach oben

.

Wann sollte kein Magnesium eingenommen werden?

Magnesium wirkt beruhigend und ausgleichend auf das System Körper. Nun gibt es Krankheiten, die die Eigenschaft haben, das System herunter zu regulieren, damit ist gemeint, der Köper läuft sozusagen auf Sparflamme. In diesem Fall wäre die Einnahme von Magnesium eher kontraproduktiv.

Vor einer oralen Einnahme sollte vorher unbedingt der behandelnde Arzt oder Therapeut zu Rate gezogen werden.
Absolut kontraindiziert sind Infusionen und Injektionen mit Magnesium – diese würden die Symptome der Krankheiten verschlimmern.

Hierzu zählt:

  • Menschen mit verlangsamten Herzschlag (Bradykardie)
  • AV-Block = Unterbrechung des Reizleitungssystems des Herzens)
  • Myasthenia gravis = eine schwere Muskelerkrankung, bei der die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskulatur gestört ist
  • Schwere Hypotonie (sehr niedriger Blutdruck)
  • Schwere Niereninsuffizienz

nach oben

.

Ist eine Überdosierung möglich?

Bei Menschen mit intakter Nierenfunktion in der Regel nicht.

.

Durchfall durch Magnesium?

Weicher Stuhl kann ein typisches Begleitsymptom der Magnesiumeinnahme sein. Menschen, die eher an Verstopfung leiden, empfinden dies eher als vorteilhaft, da die Verstopfung wie weggeblasen scheint.

Tritt jedoch Durchfall auf, so kann dies ein Zeichen dafür sein, dass entweder ein falsches Magnesiumpräparat gewählt wurde oder dass das Magnesium überdosiert ist.

Hier empfiehlt sich, das Präparat zu wechseln oder mit einer niedrigeren Dosierung zu starten und die Einnahme langsam bis zur erforderlichen Dosis zu steigern. Ebenso ist es sinnvoll, die Tagesdosis in mehrere kleinere Portionen täglich aufzuteilen.

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/die-besten-magnesiumpraeparate-ia.html

nach oben

.

Gibt es mögliche Wechselwirkungen:

 Die Wirkung einiger nachstehender Arzneimittel kann bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium beeinflusst werden. Hier sollten 2 – 3 Stunden zeitlicher Abstand zwischen den Einnahmen eingehalten werden.

  • Antibiotika
  • Herzstärkende Mittel (Digitalglykoside)
  • Immunsuppressiva
  • Eisen, Fluorid
  • Krebsmittel wie Zytostatika
  • Psychopharmaka
  • Muskelentspannende Medikamente
  • Schlafmittel

nach oben

.

Wie hoch ist der Bedarf an Magnesium?

Die Leistungsfähigkeit des Körpers hängt stark von der Magnesiumversorgung ab. Von allen Mineralstoffen findet man bei Magnesium am häufigsten eine Unterversorgung in der Bevölkerung.

Der Körper scheidet täglich ca. 100 mg Magnesium über die Nieren aus. Diese Menge muss auf jeden Fall wieder aufgefüllt werden. Durch die Magen-Darm-Passage bei der oralen Einnahme beträgt die Resorptionsquote (Resorption = die Aufnahme flüssiger oder gelöster Stoffe in das Zellinnere) durchschnittlich 30 %.

Mit der heutigen Mischkost werden täglich ca. 200 mg Magnesium aufgenommen. Es ergibt sich also schon ohne erhöhten Bedarf ein tägliches Defizit von 100 – 150 mg Magnesium. Unter Berücksichtigung der Resorptionsquote und Bioverfügbarkeit ist eine tägliche Zuführung von 300 – 400 mg Magnesium in Form von Nahrungsergänzungsmittel bzw. Magnesiumöl sinnvoll.

Die Ernährungsgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz arbeiten die sogenannten D-A-CH-Empfehlungen aus.

Empfohlene Zufuhr von Magnesium in mg pro Tag:

 

Alter

mg/Tag

männlich weiblich
Säuglinge
0 bis unter 4 Monate 24
4 bis unter 12 Monate 60
Kinder
1 bis unter 4 Jahre 80
4 bis unter 7 Jahre 120
7 bis unter 10 Jahre 170
10 bis unter 13 Jahre 230 250
13 bis unter 15 Jahre 310 310
Jugendliche und Erwachsene
15 bis unter 19 Jahre 400 350
19 bis unter 25 Jahre 400 310
25 bis unter 51 Jahre 350 300
51 bis unter 65 Jahre 350 300
65 Jahre und älter 350 300
Schwangereb 310
Stillende 390

Quelle: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/magnesium/

 

Bitte beachten Sie, dass sich diese Angaben ausschließlich auf den gesunden Menschen beziehen!!!

Erhöhte Bedarfe wie Sport, hektische Lebensweise, akute Erkrankungen und Rekonvaleszenz, Konsum von Medikamenten, Alkohol und Zigaretten werden bei der Tabelle nicht berücksichtigt. Hier kann der tatsächliche Bedarf weit von der D-A-CH-Empfehlung abweichen. Die individuelle Dosis sollte mit einem Therapeuten besprochen werden.

nach oben

.

Über die Dauer der Anwendung

 Die Anwendung sollte nicht nur kurzzeitig erfolgen – vielmehr ist eine lebenslange tägliche Einnahme angezeigt und sinnvoll.

 

.

Kann ein Magnesiummangel diagnostiziert werden?

Ja, über eine Blutanalyse im Labor.

Hierbei ist allerdings zu bemerken, dass sich ein negativer Wert im Blut erst sehr spät zeigt. Dann sind die Magnesiumspeicher des Körpers schon mehr als leer. Die Symptomatik eines Magnesiummangels wie oben beschrieben besteht dann sicherlich schon über einen sehr langen Zeitraum.

 

Wie soll denn nun ein Mangel festgestellt werden, wenn die Symptomatik nicht gleich erkannt wird und die Blutanalyse schwierig ist?

Ist es möglich, die durchaus komplexe Symptomatik eines Magnesiummangels selbst zu diagnostizieren?

 

Hierzu hat Herr Professor D.-H. Liebscher, Gründer einer Magnesium-Selbsthilfe-Organisation, folgende Unterscheidung getroffen:
Er teilte die Bevölkerung in 4 Gruppen auf, die entgegen den üblichen Empfehlungen einen erhöhten Bedarf haben:

Demnach benötigt ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung (0,1 %) eine sehr hohe zusätzliche Menge an Magnesium (z.B. 900-1200 mg/Tag), 1% der Bevölkerung benötigt hohe zusätzliche Mengen (z.B. 600-900 mg/Tag), 10 % der Bevölkerung benötigt eine leicht erhöhte zusätzliche Menge (z.B. 300-600 mg/Tag) und die Hälfte der Bevölkerung kann ihre Leistungsfähigkeit mit einer zusätzlichen Menge von 300 mg/Tag steigern.

Es kann also allgemein eher von einer Unterversorgung mit Magnesium ausgegangen werden.

Quelle: http://www.magnesiumhilfe.de/poster200210.php?q_lang=de

 

Magnesium – der Tausendsassa unter den Mineralien – an unzähligen Vorgängen im Körper beteiligt und doch in der Diagnostik schwer greifbar. Es ist für den Körper lebenswichtig – ohne Magnesium läuft praktisch nichts.

Gerne berate ich Sie ausführlich zu diesem umfangreichen Thema Magnesium.        Kontakt

nach oben

 

Weitere Quellen:
Das Magnesiumbuch ISBN 978-3-86731-153-3; Dr. Barbara Hendel, VAK-Verlag
Fachinformation Quintessence GmbH